Umwelt profitiert von niedrigen CO2-Emissionen
Auf der Kompostierungsanlage Cyriaxweimar entsteht eine neue Biogasanlage
In einer kleinen Feierstunde überreichte Regierungspräsident Dr. Lars Witteck den Genehmigungsbescheid zum Betrieb der Biogasanlage auf der Kompostierungsanlage in Cyriaxweimar.

Die Marburger Entsorgungsgesellschaft mbH (MEG), eine Tochter der Stadtwerke Marburg, baut hier auf der Kompostierungsanlage eine Biogasanlage.
Nach Fertigstellung der Anlage sollen dann alle organischen Abfälle der Stadt Marburg, das sind derzeit 10.000 Jahrestonnen, mit einer Vergärungsanlage zu Biogas verarbeitet und in das standortnahe Blockheizkraftwerk Stadtwald geleitet werden. Mit dem Bau der Biogasanlage erhöht sich auch die Kapazität der Kompostierungsanlage um weitere 2.000 Tonnen auf 12.000 Jahrestonnen.
Spätestens Anfang 2010 wird dann auf der Kompostierungsanlage in Cyriaxweimar aus den Marburger Bioabfällen neben gütegesichertem Qualitätskompost und Oberhessischen Erden auch Biogas produziert. Die im Bau befindliche Trockenfermentationsanlage wird unter Volllast jährlich ca. 1,6 Millionen Kubikmeter Gas produzieren.
Über eine 1.300 Meter lange Mikrogasleitung gelangt das Biogas in das Blockheizkraftwerk (BHKW) im benachbarten Stadtwald. Dort wird dann das Gas in zwei Brennern mit jeweils 250 kW zu Strom verarbeitet und die anfallende Wärme in das bereits bestehende Nahwärmenetz des Stadtteils Stadtwald eingeleitet. Dieses Verfahren ist hocheffizient: Blockheizkraftwerke erreichen Nutzungsgrade von circa 90 Prozent, herkömmliche Kraftwerke schaffen nicht einmal die Hälfte.
Insgesamt werden mit dem Biogas ca. 3,15 Millionen kWh Strom und ca. 4,1 Millionen kWh Wärme pro Jahr produziert. Die so gewonnene Strommenge reicht aus um ca. 800 4-Personen-Haushalte zu versorgen.
Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf 4 Millionen Euro; davon entfallen
3 Millionen Euro auf den Bau der Biogasanlage und eine Million Euro auf die Erneuerung des BHKWs und den Bau der Mikrogasleitung.
Dieses Ausbauprojekt verbindet mehrere positive Effekte miteinander:
Mit der Nutzung des anfallenden Bioabfalls für die Strom- und Wärmegewinnung wird einerseits der Gedanke der Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt und zum anderen der Ansatz des “waste to energy”, also der Energiegewinnung aus Abfällen, umgesetzt.
Die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien als eine der Kernelemente der Unternehmenspolitik der Stadtwerke Marburg wird durch dieses Projekt deutlich untermauert.
Die Stadtwerke Marburg erhöhen dadurch konsequent den Anteil an Ökostrom und bauen ihre Eigenproduktion gleichzeitig weiter aus.
Die Umwelt profitiert von niedrigen CO2-Emissionen, da das Biogas CO2-neutral verbrennt.
Die Investition amortisiert sich nahezu vollständig über die Strom- und Gasproduktion.
Insgesamt gesehen also viele gute ökologische und ökonomische Gründe, die für die Anlage und den Einsatz dieser Technik sprechen.
Neben diesem Großprojekt hat die MEG parallel die bestehende Photovoltaikanlage um 99,75 kWp auf nunmehr 129,15 kWp erweitert. Damit befindet sich auf dem Dach der Rottehalle der Kompostierungsanlage Marburgs zweitgrößte PV-Anlage. Der für 308.000 Euro errichtete Ausbau der PV-Anlage liefert jährlich ca. 116.000 kWh Strom, was dem Strombedarf von weiteren ca. 30 4-Personen-Haushalten entspricht.
Auch diese Investition unterstreicht die nachhaltige ökologische Ausrichtung der Stadtwerke Marburg und ihrer Tochtergesellschaften.
Foto: Regierungspräsident Dr. Lars Witteck (3.v.l.) überreicht Stadtwerke Geschäftsführer Norbert Schüren (Mitte) den Bewillungsbescheid. Darüber freuen sich (v.r.n.l.): Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Oberbürgermeister Egon Vaupel, Cyriaxweimars Ortsvorsteher Heinrich Löwer, MEG-Geschäftsführer Jürgen Wiegand und Karlgünther Eggersmann (c) 2009 Karin Brahms SWM
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